// deine tickets

DAS WAR // literatur.liebe.lesen * 18/04/2026

Man hätte ja meinen können: Literaturabend. Setzen, zuhören, brav nicken. So war’s aber gar nicht. Im fantastischen Mildwild Stöckl von Johanna Starkl hat sich rasch vergessen lassen, dass man „bei einer Veranstaltung“ sitzt – wir sind stattdessen einfach alle reinkippt. In gute Gespräche, kluge Gedanken und spannende Fragen. In etwas sehr Echtes. In etwas, das angesichts der steigenden Nachfrage nach einfachen Antworten und deshalb schwindendem Qualitätsjournalismus mehr Raum zu füllen hat. Das ist Verantwortung und Chance für die Literatur. Sie muss nur geschrieben und gelesen werden – oder wie in unserem Fall gesehen und gehört.

Annemarie Andre und Daniel Wisser ließen uns eintreten in zwei Schreibwelten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Und genau deshalb so aufregend waren. Und Alois Schörghuber hat die beiden Autor*innen und das Publikum mit seinen pointierten, neugierigen und wachen Fragen sanft und zielbewusst durch diese Welten geführt.

Wisser wirkt wie ein sehr analytischer, disziplinierter Mensch. Im Falle des 400 Seiten starken „Smart City“ hieß das: fixe Arbeitszeiten, um den Alltag und die Geschichte zu strukturieren. Er überließ in „seiner Stadt“ nichts dem Zufall. Täglich zwischen 7 Uhr morgens und dem frühen Nachmittag entwarf er die smarte City. Inklusive selbst gezeichnetem Stadtplan. Um das Buch dann gleich dreimal zu schreiben. Das klingt streng – ist aber genau diese Art von Genauigkeit, die man dann auf jeder Seite spürt. Annemarie Andre dagegen schreibt aus einer ganz anderen Ecke. Viel intuitiver, näher an der Emotion. Ihr Zugang für ihr Erstlingswerk „Nacktschnecken“: gleich frühmorgens eintauchen, dorthin, wo sich diese kindliche Perspektive – in ihrem Fall die eines zehnjährigen Mädchens, die ihre Familie „fühlt“ – überhaupt erst greifen lässt. Und dann immer wieder weiterschreiben, irgendwo zwischen dem Job in Amsterdam, dem Alltag und den Momenten, die sich richtig anfühlen. Weniger Plan, mehr „G’spür“.

Und genau zwischen diesen beiden Polen – Struktur und Gefühl, mit viel Intuition in beiden Fällen – ist ein super interessantes Gespräch entstanden, das erstaunlich zugänglich war. Hat sich ein Spannungsfeld eröffnet, das diesen wunderbaren Abend leichtfüßig getragen hat. Kein elitärer Literaturzirkel, sondern ein ehrlicher Blick darauf, wie unterschiedlich Texte entstehen können, wie lebendig die Prozesse sind, die zur Entstehung von etwas Großem führen. So vielfältig wie das Leben selbst nämlich.

Mit einem ganz herzlichen Dank an die Autor*innen für ihre Offenheit und Hingabe, an den Moderator für sein gefühlvolles Leiten und das neugierige Publikum, das sich auf diesen eindrucksvollen Einstieg von 361° in das Thema Literatur eingelassen hat, freuen wir uns auf eine Weiterführung in diese Richtung.

 

Fotos © Cristina Reitbauer

// balduin sulzer chor
verschoben auf 17/12/2026!

Aufgrund einer außergewöhnlich hohen Anzahl an Krankheitsfällen kann das Konzert des Balduin Sulzer Chors leider nicht wie geplant am 18.12. stattfinden! Neuer Termin >> 17.12.2026!

>> Mehr Infos HIER!

// vorerst
ausverkauft, aber …

wenn uns die Wetterprognose erlaubt, die limitierte Schlechtwetter-Option zu vergessen, eröffnen wir ein zusätzliches Ticket-Kontingent!
Also: Betet zu den Wettergöttinnen und schaut kurz vor dem Konzert wieder hier vorbei!

// hinweis

Derzeit kommt es vereinzelt zu Problemen beim
Ticket-Download. Für die heutige Veranstaltung gilt deshalb die (gedruckte) Bestellbestätigung ebenfalls als Ticket.

// land: leben: lieben?

Wie geht es dir ganz persönlich mit dem Thema? Bring dich ein und schenk uns deine Gedanken! Anonym & wertfrei.
Das Kulturprojekt „Wortwiese“ ist ein nicht einsehbarer Raum, ein leeres Blatt. Ein virtuelles Buch, das gefüllt werden will, um am Diskussionsabend geöffnet zu werden.