Wir geben es unumwunden zu: anlässlich vieler unserer Veranstaltungen kommen wir des Öfteren nicht umhin, Superlative zu verwenden. Im Allgemeinen wollen wir’s vermeiden. Aber jetzt ist wirklich der Zeitpunkt gekommen, dick aufzutragen. Weil:
Es gibt diese Abende, bei denen man schon währenddessen weiß: Das ist jetzt nicht einfach ein Konzert. Das ist… irgendwas anderes. Schwer zu greifen. Und genau deshalb so besonders. So ein Abend war das. Die Pfarrkirche Aschbach hat sich an diesem Palm-Samstag in einen Resonanzraum verwandelt, der weit mehr war als nur Kulisse. Ein Ort, an dem die Zeit langsamer wurde und die Wahrnehmung weiter. Zwei Musiker. Klarinette und Laute. Eine Kombination, die es so gar nicht geben dürfte – und die genau daraus ihre Kraft zieht. Was daraus entstanden ist, war kein Nebeneinander und kein klassisches Zusammenspiel. Es war ein Verschmelzen. Ein musikalisches Miteinander, so selbstverständlich und gleichzeitig so fein, dass sich jede Grenze aufgelöst hat. Und ganz leise hat sich dabei noch etwas Drittes dazugesellt: Das Verschmelzen mit dem Publikum. Oder besser gesagt: ein gemeinsamer Atem.
Diese dichte, fast fragile Stille, in der jeder Ton Gewicht bekommen hat, in der keine Sekunde belanglos war. Eine Spannung, die nicht laut war, sondern hochsensibel – und genau deshalb so intensiv. Und in dieser Stille ist etwas entstanden, das man kaum beschreiben kann: Eine unglaubliche Kraft im Leisen. Im Zurücknehmen. Im Weglassen. Darin hat sich ein Raum geöffnet, der weniger ein Konzert war als vielmehr ein kollektives Eintauchen. Spätestens in der Zugabe – mitten im Kirchenraum, im Halbdunkel – hat sich dieses Gefühl verdichtet. Es ging nur noch um Präsenz, um’s Da sein. Berührt sein.
Vielleicht war das das Schönste an diesem Abend: Dass jede*r danach hinaus ging und irgendwie keine Worte fand, weil alles, was man sagen könnte, zu klein und ungenau wäre. Deshalb ist dieser Nachbericht besonders schwierig. Es war jedenfalls ein großer, großartiger, in sich vollkommen stimmiger Abend. Superlative. Und einer, der noch lange nachklingen wird. Danke von Herzen dafür, David Orlowsky & David Bergmüller!