Was war denn da bitte los? Weit mehr als 1.000 Besucher*innen, allerbestes Open Air-Wetter und gefühlt ganz Aschbach auf den Beinen! Uns gehen jetzt gerade die Superlativen aus. Definitiv war das das größte Kulturevent, das Aschbach je gesehen hat. Und vor allem eines, bei dem alles und alle auf wunderbare Weise zusammengepasst haben.
Den Anfang machte die Musikkapelle Aschbach – Fein musiziert, wunderbar ausbalanciert und meilenweit entfernt von allem, was man landläufig mit Blasmusik, Bierzelt und Dresch-Flesch assoziieren könnte. Spätestens als Clara Hofmayer zu singen begann, war klar, dass das hier kein gewöhnliches Dorffest werden würde. Frenetischer Applaus trotz Bier und Wurstsemmel.
Und dann wurde es dunkel. Projektionskünstler Markus Kautz bespielte gleich zwei Aschbacher Türme mit einem berührenden Programm rund um Henriette und das Thema psychische Gesundheit. Seine Botschaft mittels unseres Huhns Henriette war so einfach wie wesentlich und hatte Hühnerhaut-Appeal: Anrufen. Vorbeikommen. Nicht aufhören, aufeinander zu schauen. Und nicht aufhören, einander zu vertrauen und miteinander zu reden. Und das meisterhaft verwoben mit der Vernissage unseres großen Kunstprojektes „Lasst unsere Risse leuchten“: 34 Künstler*innen hatten dafür ihre sehr persönlichen, teilweise extrem privaten Gedanken, Gefühle und Interpretationen zum Thema psychische Gesundheit eingesandt. Dass so viele Menschen bereit waren, sich zu öffnen und etwas derart Persönliches mit uns allen zu teilen, hat uns nachhaltig umgehauen. Ihre Arbeiten dann riesengroß auf den Türmen zu sehen: Wieder Hühnerhaut. Und größter Respekt und Dankbarkeit für all jene, die Teil davon waren.
Mit diesem „Bang“ ist das Kunstprojekt aber keineswegs vorbei >> Die Werke der 34 Künstler*innen werden bis Ende September in Schaufenstern im Aschbacher Ortskern ausgestellt. Also: Herumgehen, entdecken, stehenbleiben. Vielleicht nachdenken. Vielleicht fühlen. Genau darum geht’s. Unser Dank, dass so etwas möglich geworden ist, gilt der 361° Vordenkerin Irene Grudl und Ihrer kongenialen 361° Komplizin Doris Gugler.
Und nach den großen Projektionen und den „Big Bangs“? Blieb Aschbach halt einfach da. Wie es sich gehört. Andi Fränzl alias DJ Lichtfels lieferte den Soundtrack dazu, und der Rest ergab sich irgendwie von selbst – wie das bei guten DJs so ist. Menschen saßen und tanzten auf der Straße, redeten, lachten, aßen und tranken. 4-jährige neben 92-Jährigen mit Rollator. Dazwischen so und so alle. Aschbachs Vereine, die Pfadfinder, die Sportunion und Freiwillige Feuerwehr Aschbach sowie das Gasthaus Zmug stemmten genau deswegen und weit darüber hinaus gemeinsam in absolut unvergleichlicher Manier und Freude die sensationelle Gastromeile bis zwei Uhr früh und länger. Chapeau!
Und das war die eigentliche Sensation dieses Abends: Ganz Aschbach hat zusammengearbeitet. Und ganz Aschbach hat gemeinsam gefeiert. Ganz Aschbach hat sich mit einem wichtigen Thema auseinandergesetzt. Gemeinsam. Mehr als 1.000 Menschen. Kunst, Musik, Vereine, Generationen. Und ein Thema, das uns ohnehin alle verbindet.
Was für ein großartiges Fest. DANKE!!