Was ist eigentlich das Gegenteil von höher, schneller, lauter? Vielleicht sensibler, leiser, intensiver. Genau so fühlte sich unser 361° Konzertabend mit Marie Spaemann und Christian Bakanic am vergangenen Freitag an. Zwei absolute Meister*innen ihres Fachs, die Cello, Akkordeon, Stimme, Piano und Cajon nicht einfach nur spielten, sondern zum Singen, Klingen und Grooven brachten. Mal fast zerbrechlich und intim, dann wieder mit einer Kraft und Fülle, als säße plötzlich ein ganzes Orchester vor uns. Eine unglaubliche musikalische Vielfalt, die das Publikum innehalten, verharren und einfach nur fassungslos lauschen ließ.
Die eigenen Kompositionen der beiden bewegen sich durch unterschiedlichste musikalische Welten. Beeinflusst von Johann Sebastian Bach und Astor Piazzolla ging es von der Fuge zum Tango und wieder zurück. Anspruchsvollste Kammermusik traf auf Rhythmus, Groove und musikalische Akrobatik, immer warm und sensibel, niemals aufdringlich. Musik von großer Schönheit und Kreativität – nie zu viel und doch voller Pracht und Fülle. Besonders berührend war die Intensität ihres gemeinsamen Musizierens. Man konnte nicht nur hören, WAS die beiden spielten, sondern irgendwie spüren, WIE sie miteinander spielten. Eindrucksvoll war auch die Stimmigkeit mit der Location. Johannes Schmutzer und Benjamin Muhr haben mit Licht und Sound im Gartencenter Starkl förmlich gemalt, es zum Klingen gebracht und in eine wunderbare Licht- und Klangwolke gehüllt. Zum Staunen und einfach wunderschön. Auch kulinarisch gab es Neues zu entdecken: Das PFAU, das neue Bistro im Gartencenter, hat 361° herzlich willkommen geheißen und das Publikum auf’s Beste verwöhnt, was das gesamte Ambiente noch einmal schöner werden ließ und diesen berührenden Stunden den perfekten Rahmen gab.
Wieder einer dieser einzigartigen Abende, die 361° so ganz besonders machen: Musik, außergewöhnliche Musiker*innen, Raum, Licht, Genuss und ein offenes, staunendes Publikum – einfach alles zusammen. Ein rundum schöner und feiner Abend für feine Geister und feine Ohren. Danke an Marie Spaemann und Christian Bakanic für diese außergewöhnliche musikalische Reise, an Johannes und Benjamin für Klang und Licht, an Starkl und das Pfau für die herzliche Gastfreundschaft und natürlich an alle helfenden Hände und unser wunderbares 361° Publikum. Schön war’s. Sehr sogar.