// Liebe lesefreudige Gedankenspringerinnen, servus Zwischen-den-Zeilen-Wanderer!
Es gibt Abende, die auf Reisen mitnehmen. Und wenn man zurückkommt, ist man ein bisschen anders. Ein bisschen wacher vielleicht. Nicht laut, nicht spektakulär, aber als hätte sich ein klein wenig was verschoben. So ein Abend wird das kommende Woche, wenn uns gleich drei Meister*innen der Sprache zum Thema Literatur verführen.
„Literatur.Liebe.Lesen“ heißt die Veranstaltung. Aber es wird nicht einfach gelesen. Es wird gefühlt, hinterfragt, gedacht, gelacht – und diskutiert. Literatur nicht nur als Text, sondern als das, was sie mit uns macht, wird betrachtet. Zwei erfolgreiche österreichische Autor*innen lassen uns zwischen ihre Zeilen schauen, und hinter ihre Prozesse. Die Bücher, die exemplarisch vorgestellt werden, muss man definitiv nicht gelesen haben, um den Abend zu genießen. Im Gegenteil, vielleicht ist es sogar spannender, sich überraschen und treiben zu lassen.
Annemarie Andre bringt ihren Debütroman „Nacktschnecken“ mit. Leise, klar, ohne Pathos – und genau deshalb so treffend. Ein Blick auf Familie, aufs Aus- und Durchkommen. Ans Mostviertel erinnernd, weil Annemarie Andre Lokalmatadorin aus Waidhofen ist. Also ein Heimspiel mit Tiefgang. In Rezensionen wird immer wieder die „unaufgeregte Wucht“ ihrer Sprache hervorgehoben – Sprache, die nichts will und gerade deshalb alles sagt. Und Daniel Wisser – vielfach ausgezeichneter Meister der feinen Zwischentöne – entführt uns mit „Smart City“ in eine Welt, die bis ins letzte Detail durchoptimiert ist. Alles läuft. Alles passt. Nur der Mensch halt nicht so ganz. Klug, subtil, unterhaltend und mit dieser treffsicheren Schärfe, die Kritiken Wisser immer wieder zuschreiben, wird diese Gesellschaftsanalyse nie laut, aber hallt nach.
Und weil es eben keine Lesung wird, wird der gebürtige Aschbacher, belesene Kenner und langjährige Ö1 Redakteur Alois Schörghuber den Literaturabend nicht geschniegelt moderieren, sondern spannend auseinandernehmen. Belesen bis in die Haarspitzen und neugierig wie ein Kind stellt er Fragen, die wir vielleicht nie stellen würden. Keine literarischen Worthülsen, sondern echtes Interesse leitet ihn: Wie entsteht ein Buch überhaupt? Wo beginnt Sprache? Gibt es Krisen? Was kann Literatur leisten?
Das Mildwild Stöckl ist dafür der perfekte Rahmen. Irgendwo zwischen Markthalle, Werkstatt und Wohnzimmergefühl präsentiert sich Literatur hier nicht auf dem Podest, sondern mitten im Leben. Inklusive entspanntem Rumschlendern davor und gelassen sitzen bleiben danach. Glas in der Hand, gut essen, Gedanken gemeinsam kreisen lassen. Wer nicht kommt, verpasst definitiv weit mehr als eine Lesung!
* * * HIER GEHT’S ZU DEN TICKETS! * * *
18. April 2026 // Mildwild Stöckl // 19:00 Uhr
Einlass 18:00 Uhr – Freie Platzwahl
Wir sehen uns zwischen den Zeilen!